Drei Schwestern made in Germany (2005)

Komödie aus finsterer Zeit

November 1947 in Frauenburg, einer kleinen, süddeutschen Garnisonsstadt der US-Besatzungsarmee. Der deutschen Einwohnerschaft steht ein weiterer harter Nachkriegswinter bevor, zugleich aber auch ein „social event“, an das die Bürger große Hoffnungen für ihr Wohlergehen knüpfen: die Vermählung des Regimentskommandeurs Colonel Bellmont mit einer Tochter der Stadt, Freya Sonnenberg, der mittleren von drei Schwestern aus gutbürgerlichem Hause. Es wird eine der ersten prominenten deutsch-amerikanischen Hochzeiten seit der Aufhebung des Fraternisierungsverbots sein. Für Freya bedeutet dieser Schritt den Aufbruch hinaus aus den entbehrungsreichen Nachkriegsverhältnissen in ein Leben des Wohlstands und der Freiheit in den USA. Nora, die älteste der Schwestern, hat ihre eigenen Erwartungen, die in der Vergangenheit wurzeln: Der geliebte Vater, einst hochgeschätzter Bürgermeister des Städtchens, war vom Kleinbürgertum, das unter den Nationalsozialisten an die Macht drängte, aus dem Amt gemobbt worden und aus Gram darüber gestorben. Für Nora bedeutet die Verheiratung der Schwester mit dem allmächtigen Standortkommandanten späte Genugtuung, ja Triumph über die alten Kräfte des kleingeistigen Intrigantentums. Auch erhofft sich Nora einen privaten Vorteil von diesem Zuwachs an gesellschaftlichem Einfluss: Kann sie ihre heimliche Liebe zu einem Außenseiter, dem ehemaligen KZ-Häftling und Schwarzhändler Jacob Goldblum, endlich „salonfähig“ machen? Die jüngste der Schwestern, Gudrun, genannt „Guddi“, lebt hingegen ehrgeiz- und hemmungslos ihre Sexualität aus, um so mehr, als die Pläne der älteren Schwestern unversehens zu scheitern drohen: Am Vorabend der Hochzeit taucht ein Erpresser auf, der mit der Preisgabe von angeblich kompromittierenden Details aus Freyas Dienstzeit als Wehrmachtshelferin droht. War sie tatsächlich die „Gespielin“ eines prominenten Nazibonzen? Wird es den Schwestern gelingen, den Mann zum Schweigen zu bringen? Im Laufe einer turbulenten und ins Burleske kippenden Nacht scheinen sich die Dinge zu klären – bis dann eine Katastrophe ganz anderer Art die Situation zum Platzen bringt.

Besetzung

Karoline Eichhorn, Barbara Rudnik, Mavie Hörbiger, Christopher Buchholz, Stefan Kurt, Felix Eitner, Matthias Brandt u.v.a.

Stab

Regie
Oliver Storz

Drehbuch
Oliver Storz

Kamera
Gernot Roll

Schnitt
Heidi Handorf

Ton
Wolfgang Wirtz

Musik
Klaus Doldinger

Szenenbild
Klaus Peter Platten

Licht
Harald Hauschuldt

Producer
Nina Klamroth

Produzent
Regina Ziegler

Redaktion
Doris Heinze, NDR

Erstaustrahlung
20.01.2006

Quote
0,61 Mio.

Infos

Sender
ARD

Genre
TV Movie


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