Besetzung
Davia Dannenberg, Stefanie Stappenbeck,Hannes Herwig,Karin Duewel,Lukasz Krzyzaniak,Peter Raasch,Ulrike Krumbiegel,Wilfried Loll
Stab
Regie
Karl Heinz Lotz
Drehbuch
Wolfgang Kirchner
Kamera
Michael Heiter
Ton
Michael Hemmerlinig
Musik
Michael Hemmerlinig
Szenenbild
Cornelia Streiter
Produzent
Regina Ziegler Filmproduktion
Infos
Sender
ZDF/1990
Genre
TV Movie
Format
16 mm colour
Länge
90 minutes
Die Mauerbrockenbande
1990

Nachdem sie vier Jahre lang vergeblich auf die Erlaubnis zur Ausreise gewartet haben, entschließen sich Dirk und Daniela Jehring (Hans-Uwe Bauer und Ulrike Krumbiegel) im Sommer 1989 zur Flucht aus der DDR. Marion (Davia Dannenberg), die zwölfjährige Tochter, muss mitgehen. Sie wird nicht nach ihrer Meinung gefragt. In West-Berlin lebt die Familie in einem Containerlager, zusammen mit Aus- und Übersiedlern, mit Asylbewerbern aus Polen. Marions Eltern sind enttäuscht vom Westen: keine Arbeit und keine Wohnung. Im engen Container wachsen die Spannungen zwischen Eltern und Kind.
Marion hat im Lager einen einzigen Freund: den kleinen Polen Jacek (Lukasz Krzycaniak). Wenn sie mit ihm zusammen ist, kriegt sie zu spüren, wie die Polen hier von den ehemaligen DDR-Bürgern verachtet werden. Marion bewundert Jacek, sie verliebt sich in ihn, allmählich vergisst sie ihre Freunde im Osten.
Da wird am 9. November die Mauer geöffnet, und schon einen Tag später stehen zwei Nachbarskinder aus Ost-Berlin vor der Tür des Containers. Die Freude ist groß, und Marion lässt sich überreden, am Abend mit ihnen über die Grenze zu gehen, in den Ostteil der Stadt.
Das schönste an diesem Besuch in Ost-Berlin nach Öffnung der Mauer: Sie feiert Wiedersehen mit ihrem Freund Gerd.
Als Marion am anderen Morgen ins Westberliner Containerleben zurückkehrt, ist dort schon, von ihren Eltern alarmiert, die Polizei. Es hagelt Vorwürfe. Die Atmosphäre im Container wird immer unerträglicher. So oft sie kann, ergreift Marion die Flucht aus dem Lager. Am Potsdamer Platz trifft sie ihre Freunde aus Ost-Berlin. Zusammen mit Jacek betreiben die Kinder einen schwunghaften Handel mit Mauerbrocken. die Gegend zwischen Reichstag und Potsdamer Platz wird zum großen Abenteuerspielplatz. Dabei ist das Abenteuerleben an der Mauer für die Mauerbrockenbande nicht ungefährlich und als Jacek beginnt, sich mit Drogendealern einzulassen, ist es Marion, die ihm das Rauschgift aus der Hand reißt und ins Klo spült. Am Morgen dringen die beiden polnischen Dealer in die Wohnung ein, auf der Suche nach Jacek. Der kann ihnen entwischen. Marion, Gerd, Sibylle und Klaus folgen ihnen bis zur Grenze. Es gelingt den Kindern, unkontrolliert in den ehemaligen Todesstreifen zu gelangen: Hier sind sie frei vom Zugriff der Erwachsenen, ja es kommt ihnen vor, als sei die Mauer weg.