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Kino

Besetzung

Anu Arya Aggarwal, Murad Ali

Stab

Regie
Mani Kaul

Drehbuch
Mani Kaul

Kamera
Anil Mehta

Schnitt
Lalitha Krishna

Ton
Dolby SR

Musik
Usted Zio Foriduddin Dagar

Szenenbild
Bhanu Attaiya

Produzent
Regina Ziegler

Redaktion
Ronald Gräbe, WDR

Infos

Sender
ARD,WDR,ARTE

Genre
Short Feature

Format
35mm; colour; 1:1,85

Länge
28 min.

Die Himmelspforte

1994

Hintergrund
Das Internationale Film-Festival in Indien, das im Januar 1994 in Bombay stattfand, war in Aufruhr. Zum ersten Mal, abgesehen von den Schätzen der klassischen indischen erotischen Kunst und Literatur, war ein indischer erotischer Film gedreht worden. Und Mani Kaul, der Ästhet
unter den indischen Regisseuren, zeichnete verantwortlich.

Eine einzige Vorstellung war für die „Erotic Tales“ und die Filme „Wet“, „The Dutch Master“ und „The Cloud Door“ genehmigt worden. So sicher wie das Amen in der Kirche musste die Filmvorführung von der Polizei überwacht werden, um Ausschreitungen vor den Toren des Sterling-Kinos
zu verhindern. Der Direktor der IFFI, Malti Sahi, konnte das Schlimmste verhindern. Er veranstaltete eine gesonderte Pressevorführung von „The Cloud Door“ im „Kleinen Theater“ des bekannten Tata-Instituts in Nariman Point.

Nach der Pressevorführung interviewte das indische Fernsehen den Ko-Produzenten Lalitha Krishna und die Schauspielerin Anu Arya Aggarwal,die ihre Karriere aufs Spiel gesetzt hatte, als sie im Film ihre Brust
entblößt hatte. Ein Tabu war gebrochen worden. Noch heute kämpft der indische Verleiher mit den Zensurbehörden um die Freigabe der Filmreihe.

Mani Kaul verknüpfte in seinem Film drei literarische Quellen: Bhasas Sanskrit-Stück „Avimaraka“ aus dem 5. bis 7. Jahrhundert, Mohammed Jayasis Liebesgedicht „Padmavat“ aus dem 13. Jahrhundert und die erotische Erzählung „Suksapiti“, geschrieben von einem unbekannten
indischen Autor. In Indien ist die Geschichte des Papageien Hermani, der Ratnasan in die Schlafgemächer der Prinzessin Kurangi führt, wohlbekannt. Allerdings war diese bislang noch nicht auf der Leinwand zu sehen.

Sowohl das New-York-Film-Festival als auch das Robert Flaherty-Seminar präsentierten „Thr Cloud Door“ – eine hohe Auszeichnung für jeden Regisseur.

Inhalt
In einem indischen Schloß in Rajasthan wird der König zufällig Zeuge, wie ein Papagei aus seinem Käfig heraus seiner jungen Tochter Kurangi erotische Schilderungen zuflüstert. Er gerät in Wut, zieht sein Messer und will den Vogel töten. Kurangi rettet ihm nur durch den Hinweis das Leben, das Sprechen des Papageis sei ohnehin sinnloses Geplapper.
Junge Frauen am Rande eines Schwimmbads. Unter ihnen auch Prinzessin Kurangi, die ihren grünen Papagei gegen ihre Brust gedrückt hält. Während sie mit dem Papagei ins Wasser steigt, fällt ihre Kleidung auf die Stufen. Plötzlich breitet der Vogel seine Flügel aus und fliegt über den Berg an einen weit entfernten Ort davon.
Der Papagei in der Gefangenschaft eines Vogelhändlers:
Als der junge Ratnasen an dem Käfig vorbeikommt, hört er den Vogel den Namen seiner Geliebten aussprechen: "Kurangi". Der Papagei verspricht ihm, im Gegenzug für seine Freiheit, den geheimen Gang zu Kurangis Gemächern zu zeigen.
Ratnasen befreit den Vogel, und eine abenteuerliche Reise beginnt, an deren Ende Ratnasen am Schloßturm emporklettert, um hoch über den Wolken schließlich Kurangis Zimmer zu erreichen. Die beiden verbringen eine gemeinsame Liebesnacht.
"The Cloud Door" nimmt einen populären Stoff aus der Literatur und Mythologie Indiens auf. Der Film greift auf drei Quellen zurück: Bhasa's Sanskrit- Stück "Avimaraka" aus dem 5.bis7. Jahrhundert, Malik Mohammed Jayasi's Liebesgedicht "Padmavat" aus dem 13. Jahrhundert und die erotische indische Liebesgeschichte "Suksaptiti".
Mani Kaul - Regie
Mani Kaul, 1944 in Rajasthan geboren, studierte von 1963 bis 1966 am Indischen Kino-Institut in Poona. Darüber hinaus hat er Malerei und klassische indische Musik studiert. Der Durchbruch als Regisseur gelang ihm 1969 mit "Uski Rothi" ( "Unser tägliches Brot" ); internationales Aufsehen erregte er zuletzt mit seiner Adaption von Dostojewskis "Der Idiot". Retrospektiven von Mani Kaul, der bislang rund 20 Filme vorgelegt hat, sind auf den Festivals in New York, Paris, Rotterdam und Berlin gelaufen. Die starke Prägung durch die indische Kultur ist ein Kennzeichen seiner Filme.

Filmographie:
1999 Naukar Ki Kameez
1995 The Cloud Door
1991 Idiot
1991 Nazar
1989 Before My Eyes
1989 Siddeshwari
1986 A Desert of a Thousand Lines
1985 Mati Manas
1983 Dhrupad
1980 Arrival
1980 Satah Se Uthata Admi
1977 Chitrakathi
1976 Ghashiram Kotwal
1975 A Historical Sketch of Indian Women
1974 Puppeteers of Rajasthan
1973 Duvidha
1971 Ashad Ka Ek Din
1970 During and After the Air Raid
1970 Uski Roti
1968 Forms and Design
1967 6.40 PM
1967 Homage to the Teacher
1966 Yatrik






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