Triumph der Liebe (1984)

Die Inszenierung von Luc Bondy ist darauf angelegt, dem Zuschauer die Marivaux-Figuren zu entrücken und ihn durch Distanz hellsichtig zu machen. So wird deutlich, worauf es Marivaux ankommt, nämlich "dass es in jedem Menschen sozusagen zwei gibt: einen, der sich zeigt und einen, der sich verbirgt". Eingeschlossen im Park der Verwirrungen sind die eigentlichen Leidtragenden: Hermokrates und seine Schwester Leontine, die sich weltflüchtig zur Enthaltsamkeit gezwungen hatten, durch raffinierte Verführungskunst gegen alle Vernunft in erbarmungswürdig albernen Liebesrausch verfallen und schließlich als zweifach Betrogene in die Einsamkeit ihres Elfenbeinturmes zurückgestoßen werden. Prinzessin Leonida gelingt es zwar, den Prinzen Agis zu freien und ihm die Herrschaft, die ihm einst von ihrem Vater genommen wurde, zurückzugeben. Bondy aber traut dem Happy-End nicht: So darf Liebe nicht beginnen. Wie diesen Menschen die Masken vom Gesicht gezerrt werden und was sie alles anstellen, um wenigstens noch - während sie verlieren - Reste der Seelen- und Gedankenverkleidung zu retten, bis sie dann nackt dastehen, schutzlos, darin steckt die Faszination der Marivauxschen Komödie, darin steckt die Aktualität dieser Verstellungsspiele. "Im Grund sind wir zum Lieben geschaffen", resümiert Agis. Und doch wird niemand glücklich in dieser Komödie: Keiner kommt an in Kythera, auf der Insel der vollkommenen Glückseligkeit.

Besetzung

Jutta Lampe, Corinna Kirchhoff, Thomas Holtzmann, Libgart Schwarz, Ernst Stötzner, Matthias Gnädinger, Paul Burian

Stab

Regie
Luc Bondy

Drehbuch
Luc Bondy

Kamera
David Slama, Peter Fischer

Musik
Peter Fischer

Szenenbild
Karl-Ernst Herrmann

Produzent
Regina Ziegler

Redaktion
Siegfried Kienzle

Infos

Sender
ZDF

Genre
TV Play

Format
16 mm Farbe

Länge
140 min.

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