Die Zeit und das Zimmer (1989)

Julius und Olaf leben in der Abgeschiedenheit ihres Wohnzimmers eine kultivierte Gleichgültigkeit, pflegen das vollendete "Nichtswollen". Sie sitzen in ihren Sesseln, und während Olaf ins Zimmer blickt, beobachtet Julius durch das Fenster die Außenwelt, kommentiert das menschliche Treiben. Beiläufig äußert er sich über eine Passantin: "...schon im Gehen hat sie etwas Hingefläztes, Faules, Illustriertenblätterndes, Lockenwicklerhaftes, Bildschirmbleiches." Kurz darauf betritt sie - die wir später als Marie Steuber kennen - höchstpersönlich das Zimmer und fängt an, von ihrem Leben zu erzählen. Nach und nach kommen weitere Personen aus den unterschiedlichsten Beweggründen in den Raum. Ein Mann glaubt hier, seine Uhr an einem vermeintlich stattgefundenen Fest verloren zu haben, eine Ungeduldige ist auf der Suche nach dem Kavalier vom Vorabend, ein Frank Arnold hält Ausschau nach Marie Steuber, die er am Flughafen verpasst hat, ein Mann im Wintermantel trägt eine schlafende Frau herein, die dann von einem völlig Unbekannten wieder entführt wird. Sie alle treffen in wechselnden Konstellationen aufeinander. Es ergeben sich triviale Alltagssituationen, märchenhafte und bedrohliche Momente, fragmentarische Begegnungen, zeitlich und räumlich losgelöste Miniszenen, die ganz unvermittelt beginnen und ebenso abrupt enden können.

Besetzung

Peter Simonischek, Libgart Schwarz, Tina Engel, sabine Wegner, Jutta Lampe, Ernst Stötzner, Udo Samel, Michael König, Gerd Wamel

Stab

Regie
Luc Bondy

Drehbuch
Botho Strauss

Kamera
David Slama

Schnitt
Thorsten Näter

Ton
Peter Kellerhals

Szenenbild
Karen Kipphoff

Produzent
Regina Ziegler

Redaktion
Elftraut von Kalckreuth

Infos

Sender
ZDF

Genre
TV Play

Länge
109 min.

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