Novembertage (1990)

Neugierig gemacht von der Freude, die die Fernsehbilder am 9. November 1989 ausstrahlten, dem Tag der deutschen Wiedervereinigung, hat Marcel Ophüls sich dazu entschlossen ein Jahr später an den Ort des Geschehens zurück zu kehren und mit den damals gezeigten Leuten zu sprechen. Er hat sich mit seinem Team auf den Weg gemacht, herauszufinden, ob sich das Leben der Leute zum Guten oder Schlechten verändert hat. Trotz der relativ unbeschwerten Annäherung an das Thema, interviewt Ophüls konsequent den Staatsbürger, der von dem Mann auf der Straße bis Egon Krenz reicht, mit einem gespitzten Ohr für Authentizität, nicht locker lassend bis er, bis wir eingeweiht sind. NOVEMBERTAGE ist wie ein Raumschiff, das sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her bewegt, indem es ein Kaleidoskop von Unterhaltungen und Nachrichtenbildern, Bildern von der Straße, Clubs und Restaurants in Berlin und sogar Filmausschnitten aus DER BLAUE ENGEL, STAGECOACH und CABARET mischt. Durch Ophüls scharfsinnige Art Fragen zu stellen, werden die Antworten von Lügnern ironisch entlarvt. 

Stab

Regie
Marcel Ophüls

Drehbuch
Marcel Ophüls

Kamera
Peter Boultwood & Pierre Boffety & Annette Metzger

Schnitt
Sophie Brunet & Albert Jurgenson & Catherine Zins

Produzent
Regina Ziegler, Athur Cohn and BBC- TV

Infos

Genre
Documentary

Format
16mm, Farbe

Länge
90 Min.

Auszeichnugen
Adolf Grimme Preis in Gold

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