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Falstaff

1989

Die mit schöpferischer Langlebigkeit gesegneten Italiener haben schon große Wunder vollbracht: Monteverdi schrieb siene "Poppea" mit fünfundsiebzig, Michelangelo wurde neunundachtzig, Titzian neunundneunzig und beide arbeiteten bis zuletzt. auch Giuseppe Verdi nahm, fast neunundachtzigjährig, noch einmal eine Oper in angriff: Falstaff.
Verdi hatte sich in shakespeares (vor allem aber in Boitos) Falstaff verliebt. der kluge und witzige Clown, den Verdi und Boito unter sich "Pancione" (Großbauch) nannten, der Trunkenbold, der über sich selbst lachen kann und weiß, daß alles auf Erden Spaß ist, und nicht immer ein guter, der hatte es Verdi angetan. Doch ohne die sanfte Hartnäckigkeit Giuseppinas, das schlaue Anstacheln Giulio Ricordis und vor allem ohne Boito hätte Verdi den "Falstaff" vielleicht nicht geschrieben. Boito ahnte, daß es an der Zeit war, den "Falstaff" zu schaffen: Verdi hatte die Weisheit gekeltert, die das Resultat eines langen Lebens voller Freude und Schmerzen war. Manchmal sprach man von einer komischen Oper, vielleich tvon einem "Don Quichotte", doch Veri hatte alle derartigen Vorschläge ignoriert. Dann erörterten er und Boito auf einer Reise nach Mailand den gedanken des "Falstaff"; der genaue Tag ist nicht bekannt. als Verdi und Giuseppina im Jahre 1889 wieder einmal in Montecatini waren, erhielt er Boitos Librettoentwurf. Vredi war begeistert. Obwohl sich Peter Stein jahrelang gesträubt hatte, im Musiktheater Regie zu führen, hat ihn offenbarder überragende Erfolg seines"Othello"für die Welsh National >Opera und die gute Zusammenarbeti mit diesem ensemble bewogen, wieder nach Cardiff zu gehen, diesmal um Verids letzte Oper "Falstaff"zu inszenieren.
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