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Ein glücklicher Tag

2003

"Ein glücklicher Tag (AT)": Ein Fernsehfilm, der die außergewöhnliche Liebesgeschichte zweier Menschen in den bewegenden Jahrzehnten der jüngsten deutschen Vergangenheit erzählt.
Sylvester Groth, Eva Herzig
Berlin, 2003:
Für Eva Sahlmann, Managerin in einem Hotel am Brandenburger Tor beginnt der „glückliche Tag“ mit einem Ereignis, was sie für eine Belästigung hält. Ein Page hat den Auftrag, im Namen eines Chauffeurs eine rote Rose und einen geschlossenen Briefumschlag zu überreichen. Sie verweigert die Annahme verärgert und befiehlt dem Pagen beides wegzuwerfen. Dann denkt sie nicht mehr daran, denn sie ist verantwortlich für die Abwicklung einer Konferenz von mehreren internationalen Investmentfirmen, die von der mächtigen Bostoner Gesellschaft Bearfield Investment veranstaltet wird.
Mitten im Trubel bleibt die Welt dann plötzlich für sie stillstehen, als sie einen Mann, den mächtigsten der amerikanischen Gesellschaft, durch die Halle gehen sieht. Sie treibt den Pagen, an den Brief, dessen Annahme sie abgelehnt, hat wieder herbeizuschaffen. Der Brief enthält nur einen kleinen Zettel mit einer Uhrzeit. Eva bittet ihre Assistentin sie zu vertreten und verlässt hastig das Hotel. Ein Taxi bringt sie zu einer unscheinbaren Hütte im ehemaligen Ost-Berlin. Die Hütte ist zwar versperrt, aber an Hand eines Arrangements in der Hütte erkennt sie, dass sie dort erwartet worden wäre. Dieses Arrangement führt sie zurück in das Jahr 1985, als sie noch als Studentin in der Vermögensverwaltung ihrer reichen Tante in Linz arbeitete und bei einem Kammerkonzert im Rahmen der Brucknerfestspiele den jungen Mathematiker George kennen lernte.
Anlässlich der Beerdigung eines Onkels hat George eine Ausreisegenehmigung aus der DDR erhalten. Es ist seine erste Begegnung mit der westlichen Welt. Er lässt aber keinen Zweifel daran, dass er die DDR nicht illegal verlassen würde. Sein Visum ist begrenzt, bereits am nächsten Tag muss er Linz verlassen. Für beide aber war diese kurze Begegnung so wichtig, dass sie einander fast täglich Briefe schreiben. Trotz der Proteste ihrer Tante erkämpft sich Eva einen Studienplatz in West Berlin um näher bei George zu sein. Von nun an sehen sie einander, soweit es die Visa-Bestimmungen der DDR zulassen, mehrmals in der Woche bis das MfS der DDR eine Besuchsbeschränkung als Druckmittel verwendet, um einen von ihnen oder beide als Mitarbeiter zu gewinnen. Beide verweigern die Unterschrift, und von da an verhindern bürokratische Formalitäten für Eva immer wieder die Einreise. Im Herbst 1989 zerbricht die Mauer. Für Eva und George beginnt ein neues Leben.
George nutzt die Chance, die ihm ein Onkel in den USA bietet und besucht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Eva hört danach lange Zeit nichts von ihm. Erst eineinhalb Jahre später erhält sie, ohne weitere Erklärung eine Flugticket von Berlin nach Linz, eine Eintrittskarte zu einem Konzert im Rahmen des Brucknerfestes und die Nachricht das George, wie er es damals in Linz versprochen hatte, für den Abend ein kleines Restaurantschiff gemietet hat. In Linz erlebt die überglückliche Eva zunächst eine tiefe Enttäuschung. George ist nicht am Flughafen und hat aus geschäftlichen Gründen auf dem gemieteten Schiff eine Party für viele Menschen veranstaltet, die Eva nicht kennt.
Als sie einander gegenüber stehen, lebt die alte Faszination, die tief empfundene Liebe wieder auf. Sie verlassen die Gesellschaft und verbringen eine zauberhafte Nacht, die beiden wie ein neuerlicher, diesmal nicht zerstörbarer Anfang erscheint. Aber auch nach dieser Begegnung hört Eva lange Jahre nichts von George, bis sie ihn am Morgen des „glücklichen Tages“ durch die Hotelhalle gehen sieht. Die von einer roten Rose begleitete lapidare Nachricht, die nur eine Uhrzeit enthielt, war die Bitte von George, ihn am Ort der früheren Begegnungen zu treffen.
Endlich treffen sie einander im ungeteilten Berlin unserer Zeit. Alles was zwischen ihnen liegt, wird von der wiederauflebenden Liebe überstrahlt. Aber die zehn Jahre, die inzwischen vergangen sind, haben sie und ihr Leben verändert. Sie versuchen das, was gewesen ist zu erhalten, und wissen dass ein Happy End nicht möglich sein kann. Für beide aber entsteht aus der Begegnung Hoffnung und neuer Lebensmut. So wird es ein Ende mit Hoffnung, ein „hopeful end“ für beide geben. Aus der Erinnerung an eine glückliche Zeit wird es für beide die Erinnerung an einen glücklichen Tag bleiben.
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