Heinrich Penthesilea von Kleist (1982)

Hier geht es nicht allein um die Verhängnis-Verwandtschaft zwischen dem griechischen Halbgott und der Amazonenfürstin, die aus der Liebesnot, wer wen besiegen soll, solange keinen Ausweg finden, bis Penthesilea gemeinsam mit ihren Hunden den Helden zerfleischt und daraufhin ihren eigenen Tod als Seelen-Suizid vollstreckt. Zur Sprache kommen neben langen Passagen der Tragödie auch die minder verhängnisvolle Verwandtschaft zwischen dem Regisseur und seinem Dramatiker oder den Schauspielern und ihren Rollen und überhaupt zwischen der Dichtung, ihrer Verwirklichung und der Wirklichkeit. Die Kleist'schen Figuren bekommen immer wieder Ausgang und dürfen in West-Berlin spazieren gehen. Ihr Regisseur macht sich geradezu zum Opfer, indem er sie da und dort, auf dem S-Bahnhof, in der Kneipe, nachts auf der Straße oder im Morgengrauen auf dem Kurfürstendamm als sein eigenes Geistervolk erscheinen lässt, das ihn foppt, überrumpelt und mit Slapstick-Brutalität zu Boden schlägt. Aber auch am Arbeitsplatz im Theater sind sie eine vieldeutige Bande. Denn die Trennung zwischen den Personen und ihren Darstellern ist so gut wie aufgehoben.

Besetzung

Elisabeth Trissenaar, Hermann Treusch, Verena Peter, Lieselotte Rau, Nicole Heesters, Ulrich Haß, Jörg Holm, Edith Robbers, Char

Stab

Regie
Hans Neuenfels

Drehbuch
Hans Neuenfels

Kamera
Thomas Mauch, Frank Banuscher

Musik
Heiner Goebbels

Szenenbild
Hans Neuenfels, anna Viebrock

Produzent
Regina Ziegler

Infos

Genre
Feature Film

Format
35 mm Farbe

Länge
144 min.

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