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Kino

Besetzung

Irene Papas, Claudia Ohana, Michel Lonsdale, Oliver Wehe, Rufus, Blanca Guerra, Ernesto Gomez Cruz, Pierre Vaneck, Carlos Cardan

Stab

Regie
Ruy Guerra

Drehbuch
Gabriel Garcia Marquez

Kamera
Denys Clerval, roberto rivera

Musik
Maurice Lecoeur

Szenenbild
Pierre Cadiou, Rainer Schaper

Infos

Genre
Feature Film

Format
35 mm Farbe

Länge
107 min.

Erendira

1983

Der kolumbianische Literatur-Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez greift in der Gestaltung seiner Parabel "DIE UNGLAUBLICHE UND TRAURIGE GESCHICHTE VON DER UNSCHULDIGEN ERENDIRA UND IHRER HERZLOSEN GROSSMUTTER" auf poetische Muster der Vergangenheit zurück, um sie zu einer Legende von der Unterjochung und märchenhaften Befreiung der Völker Lateinamerikas zu verdichten.
An der Existenzform der Titelfigur ERENIRA werden historische Grunderfahrungen aus der Geschichte der lateinamerikanischen Völker sichtbar: Leibeigenschaft, Vergewaltigung, Ausbeutung und die Utopie von der Erlösung aus dem Elend durch den Sprung in die Zukunft.
Dem Despotismus ihrer Großmutter vermag sich die Heldin aus eigener Kraft nicht zu entziehen. Mißbraucht als Dienstmagd, verkauft an Männer und zur Prostitution gezwungen, bleibt sie willenloses Opfer der in Gestalt der Großmutter symbolisierten Mächte der Vergangenheit, bis sie eines Tages an den Jüngling Ulysse, in dem der Wandel der Zeiten Gestalt annimmt, befreit, indem er das historisch Überlebte gewaltsam beseitigt.
Die Heldin aber folgt nicht dem Werben ihres Befreiers, sondern dem Freiheitsdrang der Menschen und Völker, die da keine anderen Herrscher wollen, sondern gar keine - fürwahr eine unglaubliche Geschichte!
Die filmische Adaption der literarischen Vorlage durch den brasilianischen Regisseur Ruy Guerra kann als kongeniale Synthese von literarischer und filmischer Autorenschaft gelten: es gelang Guerra, die metaphernreiche, symbolträchtige Prosa in ausdrucksstarken Einstellungen filmisch umzusetzen.
(Stuttgarter Zeitung)
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