Der Wartesaal (1996)

Hintergrund
Das erste Filmfestival in Riga wurde 1988 mit der Ehrung des
Lebenswerkes von Jos Stelling eröffnet. Die meisten Kinofans kennen sein Debütwerk „Mariken van Nieueghen“. Diese gleichermaßen moderne wie einfallsreiche Version eines mittelalterlichen Moraldramas lief 1975 im offiziellen Cannes-Wettbewerb. Stellings weitere Filme sind
allesamt experimentelle, autobiographische Historiendramen voll von unterdrückten Leidenschaften. Die Bandbreite der Themen reicht von Betrug bis Illusion, Phantastereien, die gespickt sind mit Witz und Humor. Diese Filme verliehen Stelling auf internationalen Festivals schnell den
Status eines Kult-Regisseurs.

Lediglich der Brite Derek Jarmann traute sich diese Gradwanderung in der Verbindung von epischen Selbstportraits und Minimalisten-Kino zu. Mit
jedem seiner Filme hat Stelling sein Werk eiterentwickelt:“ Elckerlyc“ (1975), „Rembrandt Fecit 1669“ (1977), „The Pretenders“ (1981), „The Illusionist” (1983), “The Pointsmen” (1986) und “The Flying Dutchman”
(1995). Die Realisierung des letztgenannten Films dauerte sieben Jahre. 1995 war „The Flying Dutchman“ offizieller Beitrag der Niederlande auf der Biennale.

Inhalt
Ein Bahnhof. Züge. Menschen. Ein Wartesaal. Der ideale Schauplatz für flüchtige Begegnungen und oberflächliche Beobachtungen. Kein Platz für Träume, für intensive Kontakte. Jeder ist mehr mit sich beschäftigt. Es reicht höchstens für einen unbeteiligten Blick oder Vertreibung der Langewiele.
Der Wartesaal ist aber auch Ausgangspunkt für neugierig- unverbindlich- männliche Blicke auf Frauen, ein Testen des eigenen Charmes, ohne ernsthafte Konsequenzen. Manch ein Tagtraum sollte veilleicht aber auch lieber ein solcher bleiben. Denn wenn eine aufreizende Blondine sich zur Jägerin, statt zur Gejagten mausert, kann die Situation sich recht bedrohlich entwickeln.
Knabenträume sollten getrtäumt und nicht verwirklicht werden. Unvorstellbar, wozu das führen kann. Den Mitmenschen im Wartesaal bleibt förmlich der Mund offenstehen, bei dem, was sich da unter ihren Augen abspielt. Männerträume, Frauenträume-oder: der Mann als Träumer: die Frau als Täterin. Ein überraschendes Verwirrspiel menschlicher Beziehungen.

Ein Bahnhof. Züge. Menschen. Ein Wartesaal. Der ideale Schauplatz für flüchtige Begegnungen und oberflächliche Beobachtungen. Kein Platz für Träume, für intensive Kontakte. Jeder ist mehr mit sich beschäftigt. Es reicht höchstens für einen unbeteiligten Blick oder Vertreibung der Langeweile.
Der Wartesaal ist aber auch Ausgangspunkt für neugierig- unverbindlich - männliche Blicke auf Frauen, ein Testen des eigenen Charmes, ohne ernsthafte Konsequenzen. Manch ein Tagtraum sollte vielleicht aber auch lieber ein solcher bleiben. Denn wenn eine aufreizende Blondine sich zur Jägerin, statt zur Gejagten mausert, kann die Situation sich recht bedrohlich entwickeln. Männerträume, Frauenträume. Oder, der Mann als Träumer: die Frau als Täterin. Ein überraschendes Verwirrspiel menschlicher Beziehungen.

Besetzung

Eugene Bervoets, Bianca Koedeam, Annet Malherbe

Stab

Regie
Jos Stelling

Drehbuch
Jos Stelling

Kamera
Goert Giltay

Schnitt
Bert Rejkelijkhuizen

Ton
Dolby SR

Musik
Maurits Overdulve

Szenenbild
Peter van Laar

Producer
Mariette Rissenbeek

Produzent
Regina Ziegler

Redaktion
Ronald Gräbe, WDR

Infos

Sender
ARD, WDR, ARTE

Genre
Short Feature

Format
35mm; colour; 1:1,85

Länge
28 min.

Auszeichnugen
Golden Calf, Netherlands; Prix des Presse, Montreux Golden Rose TV Festival, Golden Gryphon, Russia

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